| Nach einigen Versen, die diese Liebe beschreiben, sagt er: Sei froh oh unsere glücksbringende Liebe, oh du Heiler all unserer Krankheiten, oh du Heilmittel für alle unsere Schwächen und Mängel, oh du unser Plato und Galen! Das Thema Liebe, über die Maulana in dieser Einleitung und im ganzen Masnawi und im "diwan-e Schams" gesprochen hat, ist zweifelsohne die größte Besonderheit, die es im Sufismus von Chorasan gab. Allerdings war der Sufismus, sowohl in Chorsan als auch andernorts, immer verbunden mit dem Thema der Liebe zu Gott. Aber hier ist ein Punkt zu beachten, nämlich dass die Liebe in anderen Schulen nicht die Stellung hatte, die sie in der Schule von Chorasan hatte. Die Liebe dort hatte eine solche Bedeutung, dass sie den Sufismus von Chorasan vollständig und als hauptsächliches Ziel erfasst hatte. Grundsätzlich war die Sprache des Sufismus ab der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts die "Sprache der Liebe". Erlauben Sie mir die Bedeutung dieser Angelegenheit hier weiter auszuführen. Liebe (`ischq, intensive auch körperliche Liebe, Leidenschaft) ist im Sufismus ein Ausdruck, den man normalerweise für die Liebe und Freundschaft des Menschen zu Gott verwendet. Allerdings ist die Bedeutung der Liebe nicht auf diese Art der Freundschaft beschränkt. Grundsätzlich wird jede Art von freundschaftlichen Gefühlen und einer starken Zuneigung, sei es zu Gott sei es zu anderen Personen, `ischq genannt. Auch wenn der Begriff `ischq normalerweise als ähnlich zu muhabat (Liebe, Zuneigung) gesehen wird, ist aber ihre Verwendung und Bedeutung gänzlich unterschiedlich. muhabat oder hubb ist ein Wort, das im Quran verwendet wurde. Aber `ischq, das die Bedeutung einer überfließenden, verschwenderischen, intensiven Liebe hat, und bei Maulana in der Einleitung des zweiten Buches des Masnawis eine "unbegrenzte Liebe" ist, wird grundsätzlich für die Liebe und Freundschaft eines Menschen zu einem anderen Menschen verwendet, und kommt im Quran nicht vor.... | ||||
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Eine andere Beziehung zwischen dem Menschen und Gott ist die Beziehung des Schöpfens. Gott ist der Schöpfer und der Mensch ist sein Geschöpf. Eine andere ist die Beziehung des Schaffens (son'), die der Bedeutung des Schöpfens sehr ähnlich ist. Gott ist, der Schaffende (sane'), und diese Welt ist das von Gott Geschaffene.... Wenn der Mensch der Liebende (`aschiq) und Gott der Geliebte (ma'schuq) ist, wird von Gott oder seinen Erscheinungen in der Welt als Götzenbild, Idol, Berückender, Zeugen oder Schenk gesprochen und von seinen Attribute und Taten als Koketterie, Selbstoffenbarung des mystischen Geliebten, Liebesblick und als Berücken erzählt.... Die Sufis verwendeten für das Ausdrücken ihrer religiösen und mystischen Erfahrungen die Geschichten der Liebenden, wie die der Liebe von Madschnun zu Leili, Chosro zu Schirin und Suleiha zu Josef. Maulana hat selbst am Anfang des Masnawi gesagt, dass die Geschichte der Flöte der Ausdruck der Liebe von Madschnun ist. Sogar die Geschichte von der Liebe von Sultan Mahmud Qasnawi zu seinem Sklaven namens Ajas, die aus moralischer Sicht verworfen wird, war bei den Sufidichtern ein Mittel, um die höchsten und reinsten religiösen und mystischen Erfahrungen auszudrücken. Diese Liebesgeschichten werden als wahre Liebe verstanden und sind selbst ein sprachliches Mittel für mystische Erfahrungen, in der Bedeutung, dass der Zustand des Menschen durch den Zustand des Liebenden ausgedrückt wird, wie z. B. Madschnun. Und die verschiedenen Stationen, die der Liebende zurücklegt, wie die Station des Getrenntseins von Leili, sein Leben in der Wildnis, das Zusammenleben mit Tieren, der Weg zum Berg von Leili und das Ohnmächtigwerden beim Zelt von Leili. All diese Zustände weisen in verschlüsselter Weise auf die Stufen der Annäherung an Gott hin. Die Sammlung dieser Erklärungen und Liebesgeschichten stellt den Schriftstellern und Dichtern der Sufis von Chorasan eine ausdrucksstarke und vielfältige, aber gleichzeitig lebendige und schöne Sprache zur Verfügung. Eine solche Sprache konnten die Sufis nicht mit Begriffenwie Schöpfung und Dienerschaft schaffen. Wenn die Beziehung zwischen Mensch und Gott als |
Diener und Herr oder Geschöpf und Schöpfer in Betracht gezogen wird, entsteht keine solche Sprache. Philosophische Ausdrücke wie Existenz und absolute Existenz oder mögliche und notwendige Existenz sind zu leblos und trocken, als dass damit gedichtet werden könnte. Die Bedeutung der Liebe als Zentrum der Erklärungen der Sprache der sufischen Gedichte stellt den chorasanischen Schriftstellern und Dichtern andere Möglichkeiten zur Verfügung, die andere Begriffe wie Schöpfung und Dienerschaft ihnen nicht gaben. Eine dieser Möglichkeiten, die die Sufis sehr viel verwendet haben, ist das Vertauschen des Platzes des Liebenden und des Geliebten. In der Beziehung der Schöpfung ist Gott der Schöpfer und der Mensch das Geschöpf. In der Beziehung der Dienerschaft ist auch der Mensch der Diener und Gott der Herr. Das Geschöpf wird niemals der Schöpfer und der Diener wird nicht der Herr. Die mögliche Existenz wird niemals zur notwendigen Existenz, aber in der Beziehung der Zuneigung und Liebe ist Gott sowohl der Liebende als auch der Geliebte. Auch der Mensch ist sowohl der Liebende als auch der Geliebte. Diese Bedeutung haben die Sufis bei der Auslegung des Koranverses "Gott liebt sie und sie lieben Gott" erläutert. Sie haben sogar gesagt, dass die Liebe Gottes größer ist als sein Geliebtsein und sie betrachteten Gott sogar als wahren Liebenden, und den menschlichen Liebenden als einen Schatten jener Wahrheit. Ahmad Ghazzali hat in seinem Buch "sawaneh" dieses Thema sehr genau beschrieben. Auch Maulawi schreibt in der Einleitung des zweiten Buches des Masnawi: "'ischq ist grenzenlose Liebe', wurde aus dem Grund gesagt, weil es in Wahrheit eine Eigenschaft Gottes ist und sie zum Diener in Beziehung zu setzen ist unwahr. ‚Er liebt sie' ist umfassend, ‚sie lieben ihn' ist unbedeutend." |
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